Mein erster Design-Auftrag

Wie das mit meinem allerersten "richtigen" Auftrag war und was ihr daraus lernen könnt, möchte ich euch heute gern vorstellen!

Auch ich habe mal klein angefangen. Ziemlich genau im Herbst 2013. An den Tag kann ich mich noch genau erinnern - der Tag, an dem meine erste Anfrage kam. Ich saß auf meinem ersten Kreativmarkt und habe die ersten LINIS-Bildchen ausgestellt und gehofft, irgendwas verkaufen zu können. Meine Fresse, war ich aufgeregt!

 

Nebenbei, wie immer, Facebook durchsucht und dann sah ich es: Seitenbetreiber sucht Zeichner. Bis dahin hatte ich nie Glück bei sowas, habe mich aber beworben, mir angehört, was der Kunde sich vorstellt und eine Skizze gemacht. Und es hat gepasst! Der Kunde wollte mich!

Ans Arbeiten am Stand (So sah das damals aus bei mir!) war kaum noch zu denken - ich habe direkt vor Ort angefangen, den Kundenwunsch auszuarbeiten!

 

Und aus dieser kurzen Zusammenarbeit entstand dann eine langfristige Kooperation! Alles war ganz einfach - nicht so viel Geld? Egal! "Ich fang ja auch erst an, da brauchen die noch nicht so viel bezahlen", dachte ich. Genau dieser Gedanke ist mir dann aber zum Fallstrick geworden. Denn der Kunde merkt sich das - einmal billig, immer billig. Die Zusammenarbeit endete dann nach einer langen Weile leider nicht wirklich schön - anfangs war ich da doch betroffen. Aber jetzt sehe ich, dass es mir ohne diese Kooperation besser geht und dass ich Schlechtmachen nicht nötig habe. Bis ich die Blogparade "Mein erster Designauftrag" gesehen habe, ist mir der Umstand des Beginns dieser Kooperation auch in Vergessenheit geraten.

1. Verkauft euch nicht unter Wert!

Wenn jemand wenig Geld hat oder mit euch tauschen will, ruft euch eins ins Gedächtnis: Ihr verwendet mehrere Stunden auf eure Arbeit, recherchiert, sprecht mit dem Kunden eure Wünsche ab und verbraucht bei der Arbeit auch Material! Ihr habt ein RECHT darauf, eure Arbeit gerecht bezahlt zu bekommen! Wenn ihr z. B. mit dem Mindestlohnsatz rechnet und einwilligt, dass jemand ein Logo für nur 50,00 € bekommt, dann müsst ihr alles in allem nur knapp 6 Stunden an dem Logo arbeiten. Mit Vorabsprache, Skizze, Korrekturen und Änderungswünschen, Reinzeichnung, Coloration, Digitalisierung, Aufbereitung, Wording und Nacharbeit (E-Mails-Verschicken). Ach ja! Rechnungen stellen, Zahlungseingänge Prüfen.... das ist so einiges an Arbeit, die wirklich knapp in 6 Stunden zu bewältigen sind. Überlegt euch also genau, wie ihr Preise berechnet. Aber wichtig ist: Ihr seid euch das wert! Nicht nur eure Arbeit ist das wert! IHR AUCH!

 

Für alle Nicht-Zeichner, die das hier lesen und uns als Dienstleister verstehen (und auch für die Zeichner, die hier noch ein wenig "Nachhilfe" brauchen): 50 € sind definitiv zu billig! Wenn du wirklich auf dem Markt Fuß fassen willst (und ihn durch Dumpingpreise nicht kaputtmachen willst), dann rechne mit Minimum 20 € pro Stunde! Und passe dementsprechend die Preise an! Bei Logos gibt es noch Nutzungsrechte zu beachten - wie bei so vielen anderen Sachen auch. Lasst euch also nicht Abspeisen! Handarbeit kostet zu Recht gutes Geld.

 

2. Kunde ist Kunde.

Ich selbst falle leider oft darauf rein. Wenn man mit jemandem befreundet is, der einen Auftrag an euch vergibt, dann ist das eine Zerreißprobe für die Freundschaft. Bemüht euch und versucht, Geschäft und Privatleben strickt zu trennen. Nach dem 10. Änderungswunsch eures Freundes, versteht ihr, was ich meine.

 

3. Lasst euch nicht blenden!

Bei Facebook beliebt: Like-Zahlen. Wenn wir für Menschen mit hoher Präsenz arbeiten, sehen uns ja noch mehr neue potenzielle Kunden! Vergesst aber eines nicht: Eine Zahl sagt nie etwas über die Qualität der Zusammenarbeit aus. Rennt also nicht in blinder Euphorie ins offene Messer, sondern informiert euch so gut ihr könnt, bevor ihr loslegt. Besonders in Vorabsprachen merkt man, ob die Chemie stimmt. Legt auf diese Absprachen also besonders Wert!

 

4. Die ewige Dankbarkeit

Ihr seid NICHT verpflichtet, Rabatte oder ähnliches zu geben, weil euch jemand "entdeckt" hat! Es liegt an euch und eurem Können, wenn die Leute bei euch buchen! Das obliegt nicht der Gnade eines Auftraggebers, der gnädigerweise euer Bild verwendet (er wäre kein Auftraggeber, wenn er das nur macht, um euch einen Gefallen zu tun. Er hat es ja "nötig" und braucht was). Ihr seid nicht Sklave einer einzigen Person! Und wenn, dann lasst es euch sehr sehr seeeeeeeeeeeeeeeeeeeehr gut bezahlen!

 

5. Wer deine Arbeit nicht schätzt, ist sie nicht wert!
Wer meinen muss, dich oder deine Arbeit nach einem Auftrag durch den Dreck zu ziehen, der ist sie nicht wert. Oft passiert sowas nach dem Auftrag, aber es kratzt am Ego. Muss es aber nicht. Denn wer es nötig hat, sich über etwas öffentlich zu ereifern, der hat nicht verstanden, wie hoch der Wert von etwas ist, das mit eigenen Händen geschaffen wurde. Respektieren und "Gehen lassen" - das sind zwei Tugenden, die man noch lange nach dem ersten Designauftrag lernen muss. Einige schaffen das ... andere nie ;-) Vor allen Dingen das Gehenlassen.

Wie sind den eure Erfahrungen mit dem ersten Auftraggeber?
Ich bin gespannt und freue mich auf den Austausch mit euch!

Eure Alin

 

Weitere interessante Artikel zu dieser Blogparade von:
Achtung Designer (Initiator dieser Parade)
Annette Wüllner

 

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Kommentare: 7
  • #1

    Chrissi (Donnerstag, 19 Mai 2016 11:31)

    Hi Alin,
    ich bin auch bei der Blogparade von Achtung Designer dabei und finde es super spannend, die Beiträge aller anderen Teilnehmer zu lesen - so auch deinen ^^

    Zuerst dachte ich mir, "Wow, da hat sie wirklich einen tollen Fang gemacht!"... schade, dass es dann so geendet hat. Aber du hast dich nicht entmutigen lassen und die Sache abgehakt, Respekt! Andere würden vielleicht einen Kleinkrieg anfangen und da bin ich ganz bei dir - schlechtmachen muss echt nicht sein.
    Das liebe Geld ist leider oft ein Problem. Wie du schon sagst: "der Kunde merkt sich das - einmal billig, immer billig." Preiskalkulation ist schwer (finde ich), aber eine angemessene Bezahlung steht uns schließlich zu.

    Deine übrigen Tipps kann ich ebenfalls zu 100% unterschreiben (habe ich in meinem Post sogar ziemlich auch alle genannt - man merkt, diese Erfahrungen machen viele ;)).
    Alles in allem ist dein Blogpost ein toller Erfahrungsbericht für Neulinge!

    Ich wünsche dir weiterhin ganz viel Erfolg mit deinen LINIS!
    LG, Chrissi

  • #2

    Myrtle Weldy (Freitag, 03 Februar 2017 09:36)


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  • #6

    Jesenia Thorp (Donnerstag, 09 Februar 2017 01:55)


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