Ich mache mir Sorgen um euch!

In letzter Zeit häufen sich die Meldungen.
"Ich kann nicht mehr.", "Alles wird mir zu viel." Internetseiten verschwinden, Instagramaccounts werden lahmgelegt, Familien gehen in die Brüche.

WAS IST DA LOS?!

Ich kenne einige Freunde, die kurz vor dem Burnout standen oder mit Bravur in eine Depression geschliddert sind. Ohne, dass sie es merkten. Mir selbst ist das auch schon passiert - man arbeitet und macht. Man ist kaputt und irgendwann kommt der Punkt, an dem man selbst nicht weiter kann. An dem man nur noch funktioniert. "Noch 3 Aufträge, dann wird es ruhiger." Und nach den drei Aufträgen kommt wieder ein neuer Auftrag. Dieses Hamsterrad, aus dem man nicht herauskommt. Schrecklich.

Man lässt sich immer neue Sachen für sein Gewerbe einfallen - man will auffallen, mitmachen, nicht untergehen. Immer höher, schneller, weiter. Denn man will den Traum von seiner Selbstständigkeit leben. Man will sich und seiner Familie etwas bieten und beweisen, dass es eben nicht nur ein Hobby ist, sondern wirklich ein Herzensprojekt, was man da lebt. Egal, ob man zeichnet, näht, foodbloggt oder einen Familienblog betreibt.

Aber wofür machen wir uns den Stress?

Wofür stehen wir immer wieder in der Öffentlichkeit und bemühen uns, unser Können ins bestmögliche Licht zu rücken? Nicht, weil wir davon leben müssen. Nicht, weil das jeder von uns erwartet. Meine persönliche Meinung ist: Weil wir das wollen!

 

Wir selbst entscheiden, was unsere Fans/Freunde/Liker/Leute von uns sehen. Wir selbst entscheiden, welche Kanäle wir nutzen. Und nur, weil andere aus unserer Brance vielleicht viel mehr machen, heißt das nicht, dass wir schlecht sind. Wir selbst setzen uns unter Druck, immer besser zu werden. Immer mehr zu zeigen. Immer neues zu versuchen.

 

Und dazu sage ich STOPP. Darauf habe ich nämlich keine Lust!

 

Ich möchte mir durch selbst auferlegten Leistungsdruck nicht mehr das Leben kaputt machen. Ich möchte auch nicht, dass meine Inhalte und meine Arbeit darunter leiden, dass ich so viel mache. Ich möchte mich auf meine Arbeit konzentrieren können. Und viel wichtiger noch: Ich möchte entscheiden können, mal eine Pause einzulegen. Es ist eine bewusste Entscheidung, sich Ruheinseln in den Alltag zu bauen. Und genau diese Ruheinseln - mal 30 Minuten am Tag auf der Terasse oder in der Stadt bummeln - sind es, die unsere Kraftreserven wieder aufbauen. Wer verlangt denn von uns, dass wir bis abends 23:00 Uhr auf sind und arbeiten, um dann morgens gerädert aufzustehen, sich um die Kinder zu kümmern und dann auf Arbeit zu schleichen/sich erneut an Aufträge zu setzen?

Das sind nicht unsere Kunden - das sind wir! Wir selbst und kein anderer!

Also können wir das auch durchbrechen! Ich weiß, dass das ein großer Schritt im Kopf ist und die Umsetzung Monate bis Jahre dauern kann. Aber ich mache mir Sorgen um euch. Um euch, eure Familien und eure Gesundheit. Denkt immer daran: Einen Job kann man aufgeben und im Notfall einen neuen suchen. Wenn ein Körper jedoch kaputt ist (und damit meine ich sowohl psychisch als auch physisch), dann ist das so. Und diesen zu reparieren dauert lange lange Zeit.

Wie ich das schaffe? Mit meinem ultimativen Masterplan :-D

1. Wochenziele - ja, ich setze mir Wochenziele. Keine täglichen To-Do-Listen, sondern "Ein Portrait und ein Logo will ich diese Woche fertig bekommen." Dadurch bin ich zeitlich flexibler und bestimme mir nicht jeden Tag vorher.

 

2. Bestellstopps - irgendwann kommt bei mir der Punkt, wo ich denke "also mich als Kunden würde es schon ziemlich nerven, wenn ich so lange auf meine Bestellung warten muss." Und genau das ist der Punkt (meist, wenn ich 10 Aufträge oder so in der Warteschleife habe), an dem ich Bestellstopps reinhaue und mir 2 - 3 Monate Zeit nehme, Aktuelles abzuarbeiten. Denn sonst würden mich die Anfragen und der Leistungsdruck irgendwann erschlagen. Und das hatte ich schonmal. Glaubt mir, man lebt ruhiger, wenn man dem vorbeugt.

 

3. Maximale Aufträge pro Monat - derzeit hänge ich gerade in einem dieser Bestellstopps. Und ich weiß, dass ich mir danach ein System erarbeiten werde, damit ich monatlich 3 - 5 Aufträge annehme und. nicht. mehr! Denn so kann ich meine Zeit noch flexibler einteilen und komme dem Kundenservice nach, den ich mir für meine Arbeit wünsche. (Ihr müsst mal überlegen, bei 4 Aufträgen im Monat habe ich genau 1 Woche für jedes Bild/Logo, das ich mache. Das ist nicht viel.)

 

4. PAUSE MACHEN! Ja, tatsächlich muss auch ich mich daran erinnern. Aber ich versuche Minimum 2 Abende in der Woche mal nicht am Schreibtisch zu sitzen, sondern für mich und meinen Lieben schön zu kochen und einfach eine schöne Zeit zu haben. Leute, es wird Sommer! Macht was draus <3

 

5. Preise anpassen - das klingt gut, ne? Aber es ist so. Wenn ihr eure Preise optimiert (und zwar nach oben) bestellen weniger Leute. Unterm Strich habt ihr aber viel mehr davon, wenn ihr einen Auftrag für 100 € macht, als wenn ihr 5 Aufträge für 20 € abklappert. Ihr habt nämlich Zeit! Könnt euch regenerieren! Und leidet nicht so unter dem Druck! (und ganz nebenbei sagt ihr den Dumpingpreisen den Kampf an ;) Bin ich ein sehr großer Freund von)

 

Also, ihr Lieben! Passt auf euch auf, ja? Tut, was euch gut tut und nicht, was ihr von euch selbst zu viel verlangt.

Ich denk an euch!

Eure Alin

Kommentar schreiben

Kommentare: 12
  • #1

    Susann (Freitag, 20 Mai 2016 09:32)

    Wie Recht du hast ... sehr treffend geschrieben und hoffentlich nehmen sich das viele zu Herzen ...
    Passt auf euch und eure Gesundheit und eure Lieben und eure Familien auf! Und wenn man doch mal nicht mehr kann ... dann fragt nach Hilfe ... denn nichts ist schlimmer als allein in einem tiefen dunklen Loch zu hocken ... manchmal hilft ein nettes Wort oder ein liebes Lächeln schon ...

  • #2

    Julia (Freitag, 20 Mai 2016 10:21)

    Alin, du hast so Recht. Genau an dem Punkt stehe ich seit ein paar Wochen schon wieder. Und das, obwohl ich es nach erfolgreich erreichtem Burnout eigentlich besser wissen sollte. Man macht sich völlig verrückt, denkt jede Minute an die Aufträge, bekommt ein schlechtes Gewissen, wenn man mal einen Abend frei macht. DAS ist nicht gesund. Immerhin lernt man irgendwann zu erkennen, wann der Körper anfängt zu streiken, aber dann muss man auch drauf hören. Seit meinem Burnout bin ich sehr viel sensibler und nachdenklicher geworden. Lausche öfter in mich herein - oder ignoriere die Signale manchmal bewusst. Was ziemlich dumm ist und wofür ich bald die Rechnung trage.

    Ich habe für mich auch die Entscheidung gefällt, weniger aktiv zu sein. Weniger zu posten zB und das alles "nicht so ernst" zu nehmen. Jedenfalls für eine Weile. Oder zumindest versuche ich das.
    Hab einen wundervollen Tag :)
    Julia

  • #3

    MasakoHime (Mittwoch, 25 Mai 2016 19:11)

    Oh ja das kenne ich , aber ich habe meine Erfahrung daraus gezogen und gelernt. Ich mache viele Pausen , weil ich schon mal knapp vor einem Born Out stand. Also setzte ich mir immer wieder Ziele und mache viele Pausen um mich nicht zu stressen. Ich habe dieses ich muss alles packen und viel Aufmerksamkeit erzielen so abgestellt. Daher finde ich diesen Post sehr empfehlenswert ^_^

  • #4

    Ali (Donnerstag, 26 Mai 2016 03:36)

    Ich finde das ein ziemlich schwieriges Thema...ich gehöre auch zu den Zeichnern, die viele Aufträge haben, die manchmal 13 Studen am Tag zeichnen und mehr...
    Allerdings habe ich ein Ziel, ich möchte so gerne irgendwann vom zeichnen leben können. Aber die Gesellschaft macht es einem nicht leicht. Und zeitgleich habe ich panische Angst, das wenn ich jetzt aufhöre viel zu zeichnen und viele Aufträge zu machen, ich mir einen normalen Job suchen muss, der mich dann 8-12 Stunden am Tag beansprucht und ich dann nicht mehr meine Leidenschaft ausüben kann. Ich kann nichts anderes so gut wie zeichnen und Geschichten entwickeln. Ich habe seit Kindheit an nichts anderes gemacht. Und ich glaube, wenn ich damit irgendwann aufhören müsste...würde ich sehr krank werden.
    Vielleicht darf man es nicht allgemeinern...denn jeder hat eine andere Verbindung zu dem was er tut...

  • #5

    Tam Struck (Donnerstag, 02 Februar 2017 11:51)


    Hmm is anyone else having problems with the images on this blog loading? I'm trying to determine if its a problem on my end or if it's the blog. Any suggestions would be greatly appreciated.

  • #6

    Wonda Iversen (Freitag, 03 Februar 2017 14:16)


    Simply desire to say your article is as surprising. The clarity on your submit is simply great and i can think you're an expert in this subject. Well with your permission allow me to take hold of your feed to stay updated with approaching post. Thank you one million and please carry on the enjoyable work.

  • #7

    Alesha Shah (Freitag, 03 Februar 2017 15:26)


    Currently it appears like Movable Type is the top blogging platform out there right now. (from what I've read) Is that what you are using on your blog?

  • #8

    Barabara Humiston (Freitag, 03 Februar 2017 15:42)


    Excellent post however , I was wanting to know if you could write a litte more on this topic? I'd be very thankful if you could elaborate a little bit more. Thanks!

  • #9

    Providencia Dahle (Sonntag, 05 Februar 2017 19:56)


    Hello excellent blog! Does running a blog like this take a massive amount work? I have no understanding of coding however I was hoping to start my own blog in the near future. Anyway, if you have any recommendations or techniques for new blog owners please share. I understand this is off topic however I just needed to ask. Thanks!

  • #10

    Marchelle Steve (Dienstag, 07 Februar 2017 08:29)


    Good site you have got here.. It's difficult to find good quality writing like yours these days. I really appreciate people like you! Take care!!

  • #11

    Karina Mccay (Mittwoch, 08 Februar 2017 12:10)


    Hiya very cool site!! Man .. Beautiful .. Superb .. I'll bookmark your website and take the feeds additionally? I am glad to seek out so many useful info right here in the post, we want work out more strategies on this regard, thank you for sharing. . . . . .

  • #12

    My Vandehey (Freitag, 10 Februar 2017 06:04)


    I visited several blogs except the audio feature for audio songs current at this web page is in fact fabulous.